8 women artists and their individual narratives on issues raised by the metaphor of the Body \\ Politic

Louisa Abdelkader (Munich), Judith Egger (Munich), Dr. Ope Lori (UK/Nigeria), Bex Massey (UK), Rozhgar Mustafa (Irak), Janette Parris (UK), Kim Thornton (UK) and Rachel Wilberforce (UK)

Curated by Stewart Hall and Susan Boutwell

Text by Stewart Hall

 

Body \\ Politic

The body politic is a fable whereupon the people who make up a nation are a single corporeal entity; all must serve as one for the nation to function. When one part of the nation resists, this is likened to an infection, affecting the whole. For a nation to be healthy its people must acquiesce to the hierarchy of its parts. In traditional representations of the body politic, the head sits at the top of this hierarchy as the locus of perception and rationality, governing all the parts below. Sometimes the head represents a monarchy, sometimes the church.

A well-known ancient example of a bodily metaphor appears in “The Belly and the Members,” a fable attributed to the legendary Greek fabulist Aesop. In the fable, the other members of the body revolt against the belly, which they think is doing none of the work while getting all of the food. The hands, mouth, teeth, and legs initiate a strike, but after a few days they realise that they are weak and ailing. They thus learn that cooperation between all members of the body, including the belly, is vital for the body’s health. The story’s not-so-subtle moral is that society, like a body, functions better when all do their assigned tasks and work together. The social metaphor translated easily into the political world.[1]

Nowadays, the body politic relates more generally to the politics of the body; in the way that individual bodies not only experience political violence but also wield political power, particularly the significant effects it has on race, culture, class, and gender.

This exhibition intends to shine light on various women artists’ practices, practices that push against convention, politics, social structures, and/or the body (both metaphorically and literally). Each artist’s work, in one way or another, addresses the many, and contemporary, issues raised by the metaphor of The Body Politic. Each artwork, implicitly or explicitly, pushes against the hierarchies driving this body politic, and proposes a different narrative for the viewer to engage with.

 

 

‘Body \\ Politik‘ – Körperpolitik- ist eine mittelalteriche Metapher bei der die Menschen dieser Nation eine einzige körperliche `body` Einheit bilden. Alle müssen dieser Einheit dienen, damit die Nation funktioniert. Wenn sich ein Teil der Nation widersetzt, wird dies mit einer Infektion verglichen, die das einheitliche Ganze bedrohen kann. Damit eine Nation gesund ist, muss sich ihr Volk der Hierarchie der Einzelteile anpassen. In traditionellen Darstellungen der Körperpolitik sitzt der Kopf an der Spitze dieser Hierarchie als Ort der Wahrnehmung und Rationalität und regelt alle folgenden Teile. Manchmal repräsentiert der Kopf die Monarchie, manchmal die Kirche.

Ein bekanntes altes Beispiel einer Körpermetapher findet sich in „Der Bauch und die Mitglieder“, einer Fabel, die dem legendären griechischen Fabulisten Aesop zugeschrieben wird. In der Fabel revoltieren die anderen Mitglieder des Körpers gegen den Bauch, von dem sie glauben, dass er keine Arbeit leistet, während er das ganze Essen bekommt. Hände, Mund, Zähne und Beine versuchen sich von ihm freizumachen, aber nach einigen Tagen stellen sie fest, dass sie schwach und krank sind. Sie lernen so, dass die Zusammenarbeit zwischen allen Körperteilen, einschließlich des Bauches, für die Gesundheit des Körpers von entscheidender Bedeutung ist. Die nicht so subtile Moral der Geschichte ist, dass die Gesellschaft wie ein Körper besser funktioniert, wenn alle die ihnen zugewiesenen Aufgaben erledigen und zusammenarbeiten. Die soziale Metapher lässt sich leicht in die politische Welt übersetzen.

Heutzutage bezieht sich die Körperpolitik mehr auf die Politik des Körpers; in der Art und Weise, wie einzelne Körperschaften nicht nur politische Gewalt erfahren, sondern auch politische Macht ausüben, insbesondere die signifikanten Auswirkungen, die sie auf Rasse, Kultur, Klasse und Geschlecht haben.

Diese Ausstellung soll die Praktiken verschiedener Künstlerinnen herausstellen, Praktiken, die gegen Konventionen, Politik, soziale Strukturen und / oder den Körper (sowohl metaphorisch als auch wörtlich) verstoßen. Die Arbeit jedes Künstlers befasst sich auf die eine oder andere Weise mit den vielen und zeitgenössischen Themen, die durch die Metapher von The Body Politic aufgeworfen werden. Jedes Kunstwerk verweigert implizit oder explizit die Hierarchien, die diese Körperpolitik antreiben, und präsentiert eine andere Vision, mit der sich der Betrachter auseinandersetzen kann.

[1] https://www.britannica.com/topic/body-politic