St. Margarethen Reenactment

Die Bildhauer- und Keramiksymposien im Steinbruchareal von St. Margarethen (1959-86) gelten als der Beginn einer weltweiten Bewegung. Ihre kunsthistorische Bedeutung ist enorm. Noch heute zeugen davon zahlreiche, über den St. Margarethener Kogelberg verteilte Steinskulpturen. Zusammen mit der landschaftlichen Weite des Ortes bilden sie ein Ensemble von magischer Schönheit.

Für die Feststiegen-Installation 2018 im Schloss Esterházy wurden einige seiner Besonderheiten von zwei zeitgenössischen Künstlern – Mira Makai (*1990, lebt in Budapest) und Marko Lulić (*1972, lebt in Wien) – wiederbelebt bzw. wiederaufgeführt. Ihre Installationen sind Reenactments einstiger Utopien und deren Aktualisierung zugleich.

Unter der Leitung von Maria Biljan-Bilger erfolgte ab 1979 eine Neuausrichtung der St. Margarethener Symposien in Richtung Keramik. Die „einfache Technik“ der Keramik galt damals als vielversprechende „demokratische Kunst“. Leider hat aus dieser Periode vor Ort nichts überdauert. Selbst der große Brennofen wurde zerstört.

Für die barocken Nischen der Feststiege hat Mira Makai daher diese, auch feministisch relevante, Episode der Symposien wiederbelebend, fünf hohe Keramiken produziert. Ihre Formensprache ist von der kristallinen Magie des Steinbruchareals inspiriert und verknüpft die Keramik wieder mit dem Kogelberg. Ihre Farbenpracht übersteigert die karge Ästhetik der dortigen Steinskulpturen jedoch geradezu provokant.

Fotograf Josef Siffert, Fotocredit Esterhazy